M A N D Y

S O L L

Psychologin (B.Sc.) I Fachkraft für systemische Beratung I Zertifizierter Atem-Coach I Staatlich anerkannte Logopädin

Zu mir


Vor über zehn Jahren, direkt nach dem Abitur, wusste ich vor allem eines nicht: wer ich eigentlich war. Und noch weniger wusste ich, was ich mit meinem Leben anfangen wollte.

Während um mich herum viele scheinbar schon einen Plan hatten, hatte ich eher das Gefühl, überhaupt nicht zu wissen, wohin mit mir. Also kam mir irgendwann nur ein Gedanke:

So weit weg wie möglich von allem, was ich kannte.

Mein Ziel wurde Kanada. Ich wollte raus. Abstand gewinnen. Etwas völlig anderes sehen. Vielleicht auch herausfinden, wer ich eigentlich bin, wenn all das Vertraute einmal wegfällt.

Also landete ich auf einer Ranch mitten im Nirgendwo.

Der Anfang war allerdings ganz anders, als ich ihn mir vorgestellt hatte. Die Frau, bei der ich zunächst lebte und arbeitete, hatte selbst mit vielen Belastungen und familiären Konflikten zu kämpfen. Alkohol und Drogen spielten dabei ebenfalls eine Rolle. Vieles davon bekam ich sehr unmittelbar ab. Ich arbeitete von früh morgens bis spät in die Nacht, bekam teilweise kaum ausreichend zu essen und bekam ständig Gesagt, was ich tat, sei nicht gut genug.

Heute würde ich an vielen Stellen vermutlich anders reagieren. Damals war ich gerade einmal zwanzig, weit weg von Zuhause, irgendwo in Alberta und sprach eine Sprache, in der ich mich zwar verständigen konnte, mich aber längst nicht so sicher fühlte wie heute.

Ich wurde unsicherer. Leiser. Ich begann, an mir und meiner eigenen Wahrnehmung zu zweifeln. Bis irgendwann der Punkt kam, an dem ich wusste:

Ich muss hier weg.

Zum Glück fand ich einen Ausweg. Und damit begann eigentlich erst das Kanada, das ich heute im Herzen trage. Ich kam auf eine andere Farm und traf dort auf Menschen, bei denen plötzlich etwas ganz anderes möglich war.

Ich durfte ausprobieren. Fehler machen. Scheitern. Nochmal anfangen. Niemand erwartete von mir, alles sofort zu können.

Stattdessen lernte ich, dass Scheitern nichts darüber aussagt, ob man gut genug ist. Dass man manche Dinge nur herausfindet, indem man sie ausprobiert. Und dass Grenzen nicht etwas sind, das einen schwach macht, sondern etwas, das man kennenlernen muss, um gut für sich sorgen zu können.

Ich lernte dort wahrscheinlich zum ersten Mal wirklich, mir selbst zu vertrauen. Ich probierte Dinge aus, von denen ich vorher keine Ahnung hatte. Ich arbeitete mit Tieren, lebte mitten in der Natur, machte Fehler, löste Probleme und merkte irgendwann:

Ich kann viel mehr, als ich mir selbst zugetraut hatte.

Nach und nach lernte ich nicht nur ein anderes Land kennen. Ich lernte mich kennen.

Und als ich nach ungefähr einem Jahr wieder nach Deutschland zurückkam, wusste ich zwar noch längst nicht, wie mein ganzes Leben einmal aussehen würde.

Aber ich wusste wieder ein Stück mehr, wer ich war. Und das reichte erstmal.

So begann ich meine Ausbildung zur Logopädin.

Die menschliche Psyche hatte mich schon immer interessiert und in meinem Berufsalltag wurde mir immer deutlicher, wie eng körperliche Veränderungen, Gefühle, Selbstbild und Lebensqualität miteinander verbunden sind.

Ich wollte Menschen deshalb irgendwann mehr mitgeben können als rein therapeutische Übungen.

Während Corona begann ich neben meinem Beruf Psychologie zu studieren. Als später wieder mehr Alltag, Termine und Verpflichtungen dazukamen, wurde es irgendwann zu viel. Ein Bandscheibenvorfall zwang mich dazu, langsamer zu werden und ehrlich hinzuschauen.

Ich begann, meine eigenen Grenzen ernster zu nehmen, Pausen zuzulassen und wieder mehr darauf zu hören, was ich selbst eigentlich brauche.

Vieles aus der positiven Psychologie half mir dabei. Später kam die Weiterbildung zum Atem-Coach hinzu und damit weitere Werkzeuge, die ich nicht nur beruflich, sondern auch für mich selbst nutzen konnte.

Als im Studium schließlich das Thema Coaching aufkam, fühlte es sich zum ersten Mal so an, als würden viele einzelne Teile zusammenpassen:

Psychologie, Atmung, Gespräche und der Wunsch, Menschen dabei zu unterstützen, ihren eigenen Weg zu finden.

So entstand Meerblick Coaching.

Draußen, in Bewegung, am Meer oder im Wald. Mit Gesprächen, Atem und Raum für das, was gerade da ist.

Mein eigener Weg war nicht immer geradlinig und manchmal ziemlich holprig. Aber genau dadurch habe ich gelernt, mehr auf mich zu hören, meine Grenzen ernst zu nehmen und meinen Weg weiterzugehen – auch dann, wenn andere ihn nicht sofort verstehen.

Und genau dabei möchte ich heute auch andere Menschen begleiten.

Denn manchmal muss man nicht den ganzen Weg kennen. Manchmal reicht der nächste Schritt.

Ein Mädchen mit Hut sitzt im Gras neben einem schwarzen Pferd, das in einer grünen Landschaft mit Bergen im Hintergrund steht, bei Sonnenlicht.
Ein Mädchen mit Hut sitzt im Gras neben einem schwarzen Pferd, das in einer grünen Landschaft mit Bergen im Hintergrund steht, bei Sonnenlicht.

Verbindung schaffen

Vertrauen stärken

Freiheit leben

Von der Wildnis Kanadas zur inneren Stärke

Kanada hat mich verändert. Dort, in dieser unglaublichen Weite und Stille, habe ich Dinge gelernt, die man nicht aus Büchern lernt. Vertrauen. Geduld. Dranbleiben. Und dass Entwicklung manchmal ganz leise beginnt.

Besonders geprägt hat mich Fury, ein junger Hengst, der bis dahin kaum Kontakt zu Menschen hatte. Er lebte frei auf einer riesigen Koppel und war wild, wachsam und jederzeit bereit wegzulaufen. Sein Vertrauen zu gewinnen, war alles andere als einfach.

Ich weiß noch, wie mein Herz jedes Mal gerast ist, wenn ich mit Futter und Wasser zu ihm in den Roundpen gegangen bin. Ich musste ruhig bleiben, auch wenn ich innerlich aufgeregt war. Ich musste auf meine Atmung achten, auf meine Haltung, auf jede kleine Bewegung. Fury hat sofort gespürt, ob ich angespannt war oder wirklich präsent.

Mit der Zeit wurde aus Abstand Nähe. Aus Unsicherheit wurde Vertrauen. Und irgendwann kam dieser eine Moment, in dem ich ihn zum ersten Mal berühren durfte. Das war für mich magisch.

Ein knappes halbes Jahr später saß ich auf seinem Rücken, als wir gemeinsam durch die Rocky Mountains ritten. Der Weg war steil, steinig und unsicher. Ich spürte, wie er unter mir zitterte. Und trotzdem ging er weiter. Er vertraute mir und ich ihm.

Frau reitet auf einem Pferd durch eine grüne Wiese in den Bergen bei blauem Himmel.

Wie Kanada meine heutige Arbeitsweise prägt

Diese Erfahrung hat mir gezeigt, dass Vertrauen nicht erzwungen werden kann. Es braucht Zeit, Geduld, Klarheit und eine innere Haltung, die wirklich spürbar ist. Fury hat mir beigebracht, wie viel Kraft in kleinen Schritten liegt. Und dass unsere äußere Präsenz oft zeigt, was innerlich in uns los ist.

Genau das nehme ich heute mit in meine Arbeit. In meiner psychologischen Beratung und im Coaching geht es nicht darum, schnell irgendetwas „wegzumachen“. Es geht darum, wieder näher zu dir selbst zu kommen, dich besser zu verstehen und Schritt für Schritt Vertrauen in deinen eigenen Weg zu entwickeln.

Frau sitzt auf einem Baumstamm, neben einem schwarzen Pferd mit Sattel, im Grünen mit Bergen im Hintergrund, blauer Himmel mit Wolken.

Ich glaube daran, dass Veränderung nicht immer mit einem großen Schritt beginnt. Manchmal reicht es, sich selbst wieder zuzuhören, den eigenen Weg ernst zu nehmen und den nächsten Schritt zu gehen, gerade dann, wenn man noch nicht genau weiß, wohin er führt.

Pferd auf einem Waldweg in einer grünen, bergigen Landschaft bei sonnigem Himmel.